Das Wichtigste in Kürze
- Schnell handeln: Um zu vermeiden, dass der abgebrochene Zahn abstirbt, musst du ihn – wenn möglich – sofort in eine Zahnrettungsbox legen und dich direkt zum Zahnarzt aufmachen. Kalte H-Milch, Kochsalzlösung oder Gefrierbeutel sind Alternativen für den Transport, allerdings weniger gut geeignet.
- No-Gos: Den Zahn bitte nicht austrocknen lassen, in Wasser aufbewahren oder an der Wurzeloberfläche berühren. Versuche auf keinen Fall, den Zahn selbst zu reparieren oder den verbliebenen Zahn selbst zu ziehen.
- Ursachen: Wenn der Zahn durch äussere Gewalt abgebrochen ist, spricht man von einem Zahntrauma. Zähne können aber auch beim Essen abbrechen – vor allem, wenn sie durch Karies anfälliger für Brüche sind.
- Behandlung: Häufig kann ein abgebrochener Zahn wieder angeklebt oder eingesetzt werden. Wenn nicht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Zahn zu reparieren – zum Beispiel mit einer Zahnfüllung oder Krone.
- Kosten: Wenn der Zahn geklebt, eingesetzt oder mit einer Füllung versorgt werden kann, kommen keine Kosten auf dich zu. Wird eine Wurzelbehandlung oder ein Zahnersatz nötig, können mehrere Hundert Euro anfallen.
Erste Hilfe: Was tun, wenn ein Zahn abbricht?
Wenn dir selbst oder jemandem in deinem Umfeld ein Zahn abgebrochen ist, gelten drei Hauptregeln: Ruhe bewahren, Zahn transportbereit machen und möglichst schnell zum Zahnarzt gehen. Je schneller der Zahn nämlich wieder eingesetzt werden kann, desto besser stehen die Chancen, dass er wieder anwächst.
Folge am besten dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Erstversorgung der Verletzung
Der Mundbereich ist sehr stark durchblutet. Deshalb bluten Betroffene häufig auch bei Zahnverletzungen. Bei starker Blutung sollte der oder die Betroffene vorsichtig auf Gaze (locker gewebtes Verbandsmaterial aus Baumwolle oder Leinen) oder ein sauberes Stofftuch beissen, um die Blutung zu stillen und Schmerzen zu lindern. Kühle die betroffene Stelle mit einem Kühlakku oder einem kalten Waschlappen. Häufig sehen Verletzungen dieser Art schlimmer aus, als sie eigentlich sind. Beruhige die verletzte Person und bewahre einen kühlen Kopf. Wenn nur ein kleiner Teil des Zahnes abgebrochen ist, hat die betroffene Person in der Regel keine Schmerzen. Liegt der Nerv allerdings offen, nachdem der Zahn abgebrochen ist, entstehen häufig starke Schmerzen.
2. Zahn suchen
Falls der Zahn nicht komplett abgebrochen, sondern nur gelockert oder angebrochen ist, bitte den Zahn nicht zurechtrücken, sondern den Mund nur vorsichtig schliessen. Das gilt auch, wenn nur eine kleine Ecke aus dem Zahn abgebrochen ist. Wenn der Zahn aus dem Mund gefallen ist, muss er nun gesucht werden.
3. Zahn in Flüssigkeit aufbewahren
Lege den Zahn so schnell wie möglich, am besten innerhalb von 20 Minuten, in Flüssigkeit ein. Ideal sind sogenannte Zahnrettungsboxen, die es in jeder Apotheke und Zahnarztpraxis gibt und die auch in Schulen häufig vorhanden sind. In einer solchen Box kann das Zahngewebe bis zu 48 Stunden erhalten werden.
Falls du keine Möglichkeit hast, an eine Zahnrettungsbox zu kommen, kannst du den Zahn für kurze Zeit in gekühlte fettarme H-Milch (maximal ein bis zwei Stunden) oder Kochsalzlösung (maximal 30 Minuten) einlegen. Sind diese Dinge ebenfalls nicht vorhanden, kannst du den Zahn auch vorübergehend in einem Gefrierbeutel aufbewahren (maximal 30 Minuten bis eine Stunde). Bei all den aufgelisteten Hausmitteln ist die Heilungschance weniger wahrscheinlich als bei der Aufbewahrung in einer Zahnrettungsbox.
4. Möglichst schnell Zahnarzt aufsuchen
Viele Menschen fragen sich, wie schnell sie zum Zahnarzt müssen. Die Antwort ist einfach: So schnell wie möglich. Nur so besteht die Chance, dass der Zahn wieder natürlich anwächst. Falls dir der Zahn also am Wochenende abbricht, solltest du unbedingt zum zahnärztlichen Notdienst gehen. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn du im Urlaub bist.
Warum muss ein abgebrochener Zahn schnell behandelt werden?
Mit den Risiken einer verpassten Zahnarztbehandlung nach einem Zahntrauma ist nicht zu spassen. Der Zahn kann höchstwahrscheinlich nicht mehr natürlich anwachsen. Ausserdem ist der verbliebene Zahnstummel Gefahren ausgesetzt: Wenn der Zahnnerv frei liegt, besteht Entzündungsgefahr für Zahnwurzeln und Zahnfleisch. Symptome einer Entzündung sind geschwollenes Zahnfleisch, starke pochende Schmerzen und eine “dicke Backe”, wenn es zu einem Abszess mit Eiterbildung kommt. Im schlimmsten Fall breitet sich die Entzündung über die Blutbahn im ganzen Körper aus. Unbehandelt führt eine Zahnwurzelentzündung dazu, dass der Zahn abstirbt.
Wie sieht ein abgebrochener Zahn aus?
Je nachdem, welcher Zahn abgebrochen ist und an welcher Stelle die geschehen ist, kann das Erscheinungsbild von abgebrochenen Zähnen stark variieren. Es ist möglich, dass nur eine kleine Ecke des Schneidezahns abgebrochen ist und Betroffene eine scharfe Kante spüren, die ihre Zunge wund macht. Zähne können allerdings auch oberhalb der Wurzel abbrechen oder mitsamt der Wurzel ausgeschlagen werden.
Was, wenn ein abgebrochener Zahn verschluckt wurde?
Wenn ein abgebrochener Zahn verschluckt wurde, ist das in der Regel kein Grund zur Sorge. Das kommt vor allem beim Wechsel von Milchzähnen zu bleibenden Zähnen relativ häufig vor. Der Zahn durchläuft dann einfach das Verdauungssystem und wird in der Regel innerhalb von drei Tagen wieder ausgeschieden. Es kommt nur sehr selten vor, dass der Zahn im Verdauungstrakt hängenbleibt und dort für Probleme wie Blinddarmentzündungen sorgt. Zum Kinderarzt musst du also nur, wenn dein Kind unter Bauchschmerzen leidet. Wenn ein bleibender Zahn verschluckt wird, steht auf jeden Fall auch ein Besuch beim Zahnarzt an.
No-Gos bei abgebrochenen Zähnen
Wenn du willst, dass der abgebrochene Zahn wieder eingesetzt werden kann, solltest du folgende Dinge unbedingt vermeiden:
1. Zahn trocken lagern
Wenn du den Zahn nicht angemessen lagerst, sondern ihn in der Hand oder in einem trockenen Tuch transportierst, trocknet er aus und das Gewebe stirbt ab. So kann er nicht wieder eingesetzt werden.
2. Zahn in Wasser lagern
Auch wenn Wasser flüssig ist, kannst du es auf keinen Fall zur Aufbewahrung eines abgebrochenen Zahns verwenden. In klarem Wasser stirbt das Zahngewebe ebenfalls innerhalb von Minuten ab.
3. Zahn reinigen
Auch wenn der Zahn verschmutzt ist, weil er beispielsweise auf den Boden gefallen ist, solltest du ihn auf keinen Fall reinigen. Durch den Kontakt mit Wasser, Seife oder Desinfektionsmitteln riskierst du ebenfalls, dass das empfindliche Gewebe abstirbt. Der Zahnarzt wird den Zahn sachgemäss reinigen, bevor er ihn wieder einsetzt.
4. Zahn im Mund aufbewahren
Du denkst, dass der beste Aufbewahrungsort für einen Zahn seine natürliche Umgebung, also die Mundhöhle, ist? Leider falsch! Wenn du den Zahn im Mund aufbewahrst, riskierst du nicht nur, ihn versehentlich zu verschlucken. Du kannst ihn auch mit Keimen aus der Mundhöhle infizieren.
5. Zahnwurzeloberfläche anfassen
Fasse den abgebrochenen Zahn auf keinen Fall an der Bruchseite, also an der unteren Seite, an. An der offenen Zahnwurzeloberfläche liegen Nervenzellen, die du versehentlich beschädigen könntest. Berühre den Zahn also möglichst nur an der Zahnkrone.
6. Zahn selbst behandeln
Du solltest auf keinen Fall versuchen, den abgebrochenen Zahn selber zu reparieren, zu ziehen oder einzusetzen. Wenn ein Zahn abgebrochen ist, braucht es einen Profi, der die Situation richtig beurteilen kann und den Zahn korrekt wieder einsetzen kann. Wenn du nach Eigenregie vorgehst, schädigst du deine Zähne womöglich dauerhaft.
Ursachen: Warum Zähne abbrechen
Wenn es sich nicht gerade um einen lockeren Milchzahn handelt, braucht es in der Regel eine gewisse Gewalteinwirkung, damit ein Zahn abbricht. Allerdings musst du dazu nicht unbedingt Eishockey spielen oder in eine Schlägerei verwickelt sein. Auch beim Biss auf eine harte Kruste oder einen unerwarteten Kern im Kirschkuchen kann auf einmal ein Zahn abbrechen. Warum Zähne abbrechen und welche Faktoren das Risiko erhöhen, erfährst du hier.
Zahntraumata
Egal ob Sturz vom Fahrrad, Sportverletzung oder Arbeitsunfall – immer dann, wenn äussere Gewalt für den abgebrochenen Zahn verantwortlich ist, spricht man von einem Zahntrauma. Besonders betroffen sind die Schneidezähne durch ihre Lage vorne im Mund.
Zahntraumata sind bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen, weil sie sehr aktiv sind und beim Spielen und Toben auch schnell mal stürzen können. Auch Babys und Kleinkinder können durch ihre grobmotorischen Bewegungen – zum Beispiel beim Laufenlernen – stürzen und sich dabei die Zähne ausschlagen.
Beim Aufbeissen
Es kann allerdings auch passieren, dass dir nach einem genüsslichen Biss in einen knackigen Apfel oder in ein knuspriges Brötchen auf einmal ein Stück vom Zahn fehlt. Beim Aufbeissen brechen allerdings eher Backenzähne ab und das vor allem, wenn sie schon vorgeschädigt sind. Welche Risikofaktoren dafür sorgen können, erfährst du hier:
Karies
Wenn eine Karies sich lange auf einem Zahn ausgebreitet hat und ins Zahninnere eingedrungen ist, wird dieser Zahn deutlich anfälliger für einen Bruch als gesunde Zähne. Das gilt vor allem für Menschen, die Angst vorm Zahnarzt haben und deshalb jahrelang auf Kontrolluntersuchungen verzichten.
Tiefliegende Karies kann auch zu einer Zahnwurzelentzündung führen, die unbehandelt zur Folge haben kann, dass der Zahn abstirbt. Auch bereits abgestorbene Zähne können abbrechen. Das erkennst du daran, dass der Zahnrest darunter schwarz oder braun ist.
Gut zu wissen:
Karies macht die Zähne kaputt. Das weiss jedes Kind. Aber was genau steckt eigentlich dahinter? Und wie wird Karies behandelt? Das erfährst du in unserem Artikel:
Zähneknirschen
Durch Knirschen mit den Zähnen in der Nacht wird enormer Druck auf die Zähne ausgeübt – deutlich mehr als beim Kauen. Diese Krafteinwirkung beschädigt im Laufe der Zeit den Zahnschmelz. Die Zähne nutzen sich schneller ab und sind entsprechend anfälliger für Brüche.
Schwangerschaft
Dass es in der Schwangerschaft vermehrt zu Problemen mit den Zähnen kommen kann, ist allgemein bekannt. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort “Jedes Kind kostet einen Zahn.” In der Schwangerschaft ist einerseits das Risiko für Zahnfleischentzündungen erhöht, andererseits schädigt das ständige Erbrechen den Zahnschmelz. Allerdings bedeutet das nicht unbedingt, dass der Zahn während der Schwangerschaft abbricht. Auch im weiteren Verlauf des Lebens hat die Anzahl der Kinder Auswirkungen auf die Zahngesundheit, wie eine Studie ergeben hat. So haben über 50-jährige Mütter von drei Kindern durchschnittlich 4 Zähne weniger im Mund als ihre Altersgenossinnen mit nur zwei Kindern.
Fortgeschrittenes Alter
Mit zunehmendem Alter kommen abgebrochene Zähne immer häufiger vor. Das gilt vor allem für Menschen, die bereits ein hohes Alter erreicht haben. Der Zahnschmelz ist zwar das härteste Material im menschlichen Körper, allerdings nagt der Zahn der Zeit auch an unseren Zähnen.
Wurzelbehandlung
Nach einer Wurzelbehandlung gilt der behandelte Zahn biologisch gesehen als tot. Das Zahninnere wird entfernt und mit einer Füllung aufgefüllt. Dadurch wird der Zahn von der Nährstoffversorgung abgeschnitten und kann schneller brechen.
Gut zu wissen:
Wie genau eine Wurzelbehandlung abläuft und was die Vorteile und Risiken sind, erfährst du in unserem Artikel:
Kreidezähne
Einige Menschen leiden unter sogenannten Kreidezähnen. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der der Zahnschmelz der bleibenden Zähne nicht komplett aushärtet, sondern weich bleibt. Die Zähne sind entsprechend anfälliger für Karies und Brüche.
Behandlung: Was macht der Zahnarzt bei einem abgebrochenen Zahn?
Ein abgebrochener Zahn kann vom Zahnarzt repariert werden. Wenn du mit einem abgebrochenen Zahn zum Zahnarzt gehst, wird er dich zunächst zum Unfallhergang befragen und auch über die Krankengeschichte sprechen. Anschliessend untersucht er den Mund gründlich. Es können auch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen zum Einsatz kommen, um den im Kiefer verbliebenen Teil begutachten zu können.
Was genau bei der Behandlung gemacht wird und wie lange sie dauert, hängt davon ab, wie der Zahn abgebrochen ist:
Zahnspitze abgebrochen
Wenn lediglich ein kleiner Teil des Zahnes abgebrochen ist, ist die Behandlung sehr unkompliziert. Der Zahnarzt kann das abgebrochene Stück entweder mit Kunststoffkleber und Blaulichtlampe wieder ankleben oder mit einer zahnfarbenen Füllung reparieren beziehungsweise nachmodellieren, falls du das Stück verloren hast.
Zahn halb oder bis zum Zahnfleisch abgebrochen
Auch wenn die Hälfte des Zahns abgebrochen ist oder sogar mehr, kann der Zahnarzt einiges tun, um den Zahn zu retten. Jetzt ist es allerdings wichtig, schnell zu handeln. Wenn der Zahnnerv nämlich frei liegt, können Bakterien eindringen und schwere Entzündungen verursachen. Beschädigungen des Zahnnervs verursachen ausserdem starke Schmerzen. Häufig wird hier eine Wurzelbehandlung nötig. Dabei wird der Zahnnerv komplett entfernt und das Zahninnere mit einer Füllung aufgegossen. Durch diese Behandlung kann der Zahn im Kiefer erhalten bleiben. Anschliessend versorgt der Zahnarzt den Zahn mit einer Krone oder Teilkrone.
Wenn nur noch die Wurzel drin ist, kann der Zahnarzt entweder die Reste des verbliebenen Zahnes ziehen und die Lücke mit einem Implantat, einer Brücke oder einer Prothese schliessen oder eine Krone auf die verbliebenen Wurzeln setzen.
Zahn ganz abgebrochen
Wenn der Zahn komplett mit der Wurzel ausgefallen ist, kann der Zahnarzt ihn wieder einsetzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Gewebe auf der Zahnwurzeloberfläche nicht ausgetrocknet und abgestorben ist. Wenn du deinen Zahn in einer Zahnrettungsbox transportiert hast, stehen deine Chancen gut. Schlechter sieht es aus, wenn du eine andere Transportmöglichkeit gewählt hast.
Wenn der Zahn nicht mehr eingesetzt werden kann, wird der Zahnarzt dir einen Zahnersatz vorschlagen. Zur Wahl stehen zum Beispiel Implantate, Brücken oder Prothesen.
Gut zu wissen:
Was für Arten von Zahnersatz gibt es und was sind die Vor- & Nachteile? Hier findest du alle Infos:
Krone abgebrochen
Wenn nicht der Zahn selbst, sondern eine Krone bei einem Unfall abgebrochen ist und beschädigt wurde, kann sie im Regelfall problemlos wieder repariert werden. Dazu nimmt der Zahnarzt die Krone vollständig ab. Ein Zahntechniker stellt sie dann in einem Labor wieder her. Da dies bis zu 14 Tage in Anspruch nehmen kann, bekommst du für die Zwischenzeit ein Provisorium.
Abgebrochene Milchzähne
Bei Milchzähnen werden abgebrochene Teile meistens nicht geklebt. Stattdessen schleift der Zahnarzt den verbliebenen Zahnteil ab, um Verletzungen an scharfen Kanten zu vermeiden. Es kann auch vorkommen, dass der Zahnarzt den abgebrochenen Zahn mit einer Füllung oder Milchzahnkrone versorgen muss – unter Umständen kann sogar eine Wurzelbehandlung nötig werden.
Wenn ein Milchzahn mit Wurzel abgebrochen ist, wird er in der Regel nicht wieder eingesetzt, weil die Gefahr besteht, den darunterliegenden bleibenden Zahn zu beschädigen.
Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
Wie hoch die Kosten für den abgebrochenen Zahn ausfallen, hängt davon ab, welche Behandlungsmassnahmen notwendig sind. Wenn der Zahn beispielsweise nur angeklebt werden muss oder eine einfache Füllung ausreicht, fallen für gesetzlich Versicherte in Deutschland keine Kosten an.
Anders sieht es aus, wenn eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden muss oder Zahnersatz in Form von Kronen oder sogar Implantaten nötig wird. Eine Wurzelbehandlung kostet in der Regel zwischen 200 und 1000 Euro. Gesetzliche Krankenkassen geben hier einen Zuschuss von durchschnittlich 300 Euro. Bei Zahnersatz zahlt die Krankenkasse 50 Prozent der Regelversorgung. Die Differenz müssen Betroffene privat zahlen. Dabei können durchaus Summen in Höhe von mehreren hundert Euro zusammenkommen.
Wer bereits vor dem Vorfall eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hat, kann sich über höhere Zuschüsse oder komplette Kostenübernahme freuen. Einige Zahnzusatzversicherungen bieten auch eine rückwirkende Versicherung nach dem Abbruch des Zahns an.
Wenn allerdings eine aussenstehende Person Schuld an dem Unfall hat, beispielsweise durch eine Verletzung beim Sport, kann es gut sein, dass die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die Kosten übernimmt. Dazu ist es allerdings wichtig, dass der Zahnarzt den Unfall gründlich dokumentiert und der Vorfall bei der Versicherung gemeldet wird. Gleiches gilt für die Unfallversicherung. So können auch Folgeschäden von Haftpflicht- oder Unfallversicherung getragen werden, wenn beispielsweise nach einigen Jahren Zahnersatz ansteht. Diese Versicherungen können Kosten für Implantate übernehmen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen werden. Wichtig: Die Unfallversicherung greift nur, wenn der Schaden gemeldet ist und das Resultat einer unerwarteten Schädigung von aussen ist.
Prävention: Wie kann ich abgebrochene Zähne vermeiden?
Gegen unerwartete Gewalteinwirkungen von aussen wie beispielsweise ein Sturz vom Fahrrad oder ein Ellbogen, der beim Sport versehentlich im Gesicht gelandet ist, kannst du dich nur mit der richtigen Sportausrüstung inklusive Mundschutz schützen. Deutlich mehr Kontrolle hast du über die Risikofaktoren, die deine Zähne schwächen und bruchanfälliger machen – vor allem Karies.
Regelmässige Kontrolluntersuchungen und Professionelle Zahnreinigung
Damit ein Zahn durch Karies brüchig wird, müssen sich die Kariesbakterien schon weit in den Zahn hineingefressen haben. Damit das nicht passiert, solltest du regelmässig zur zahnärztlichen Kontrolle gehen. Falls der Zahnarzt Karies entdeckt, können die betroffenen Stellen direkt behandelt werden. Auch die Professionelle Zahnreinigung ist sinnvoll, um Zahnstein zu entfernen. Dabei handelt es sich um verhärteten Zahnbelag, den du mit der Zahnbürste nicht mehr wegschrubben kannst. Hier sammeln sich besonders gerne kariesverursachende Bakterien.
Gesunde Ernährung
Auch eine ausgewogene Ernährung, die den Zahnschmelz stärkt, schützt deine Zähne. Milchprodukte, die viel Calcium enthalten und Hülsenfrüchte sind eine gute Wahl. Süsses solltest du nur massvoll geniessen und dir gerne nach einer halben Stunde nochmal die Zähne putzen. Besonders schädlich ist es übrigens, wenn du zuerst Saures und direkt im Anschluss Süsses isst oder trinkst. So sind deine Zähne nämlich besonders anfällig für einen Bakterienangriff.
Gut zu wissen:
Auch das Fluorid in deiner Zahnpasta stärkt deinen Zahnschmelz und schützt die Zähne. Am besten wählst du eine Zahnpasta, die auf schädliche Inhaltsstoffe verzichtet und für einen angenehmen Geschmack im Mund sorgt – zum Beispiel die Be you Reihe von Curaprox mit den Geschmacksrichtungen Apfel, Grapefruit, Brombeere, Pfirsisch, Wassermelone oder Gin Tonic.
Zahnschiene tragen
Wenn du nachts mit den Zähnen knirschst, solltest du unbedingt eine Knirschschiene tragen, um deine Zähne zu schonen. Die Schienen bestehen in der Regel aus Kunststoff und verhindern, dass Ober- und Unterkiefer direkten Kontakt haben.
Kinder für Gefahren sensibilisieren
Kinder können schnell mal beim Spielen und Toben stürzen und sich dabei auch einen Zahn abbrechen. Um das zu verhindern, solltest du mit deinem Kind über gefährliche Situationen sprechen und ihm genau erklären, wie es sich dabei verhalten soll. Du kannst zum Beispiel mit deinem Kind üben, wie es bei einem Sturz das Gesicht und die Zähne schützen kann.
Gründliche Mundpflege
Das beste Mittel gegen Karies ist natürlich eine gute Zahnpflege. Dazu gehört:
- Mindestens zweimal täglich Zähne putzen – nach dem Frühstück und vor dem Schlafengehen jeweils etwa drei Minuten
- Täglich die Zahnzwischenräume mit Interdentalbürsten reinigen
- Täglich die Zunge mit einem Zungenschaber reinigen
Wie genau du dabei vorgehst und was die effektivsten Techniken sind, erfährst du in unseren Anleitungen:
Anleitung: Zähne richtig putzen
Anleitung: Richtiges Zähneputzen bei Kindern
Anleitung: Richtiges Zähneputzen bei Babys
Gut zu wissen:
Wusstest du, dass es deinen Zähnen und deinem Zahnfleisch gar nicht gefällt, wenn du sie mit hohem Druck und einer harten Zahnbürste schrubbst? Eine weiche Zahnbürste wie die CS 5460 von Curaprox mit dicht besetztem Borstenkopf ist nicht nur schonender zu deinem Zahnfleisch, sondern reinigt deine Zähne auch noch gründlicher.
Quellen
Achilles, Patrick: Zahn verschluckt: Was Sie darüber wissen sollten, auf: praxistipps.focus.de.
Bundesverband der Kinderzahnärzte: Ein Zahnunfall - was tun? und 12 Tipps für Eltern und Großeltern: Zähne schützen - Zähne retten.
Carstens, Peter: Schwangerschaft und Zähne: Warum es stimmt, dass jedes Kind einen Zahn kostet, auf: geo.de.
Casa Dentalis: Zahn abgebrochen: 6 Dinge, die Sie jetzt tun müssen!
DGZMK Patienteninformation: Dental injuries in children and adolescents.
DentNet: Zahntrauma – Zahn abgebrochen – was tun?
Dentolo: Zahn abgebrochen: Erste Hilfe und die richtige Behandlung.
Denvita Dentalzentrum Köln: Zahn abgebrochen.
Dr. Pantas Zahnzentrum Düsseldorf: Zahn abgebrochen.
Felchner, Carola: Zahn abgebrochen, auf: netdoktor.de.
Höfer, Margarita: Milchzahn beim Kleinkind abgebrochen? Was Sie jetzt tun sollten, auf: jameda.de.
Leitlinien Zahnmedizin: S2k-Leitlinie (Langfassung): Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne.
Müller-Hotop, Thomas: Abgebrochener Zahn, auf: ecdi.de (The European Centres for Dental Implantology).
Zahnarztpraxis Dr. Langenbach: Zahn abgebrochen – was tun?
Zahnexperten24: Zahnunfall: Informationen zum richtigen Verhalten nach Unfällen mit Zahnverletzung.
ZPK Herne: Zahntrauma.
Alle Websites letztmals aufgerufen am 18.10.2023.
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