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Wechseljahre und Zahngesundheit: Was jede Frau wissen sollte

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Bei Wechseljahren denken die meisten zunächst an Schweissausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Aber wusstest du, dass die Hormonumstellung in den Wechseljahren sich auch auf unsere Zähne und Mundgesundheit auswirken kann?

Welche Veränderungen Frauen in den Wechseljahren an Zähnen, Zahnfleisch und Mundschleimhaut erwarten können und wie du deine Zähne weiterhin gesund hältst, erfährst du in diesem Artikel.

Wechseljahre und Zahngesundheit: Was jede Frau wissen sollte

Warum haben die Wechseljahre Auswirkungen auf die Zähne?

Die Wechseljahre (Fachbegriff: Menopause) sind eine natürliche Übergangsphase, in der der weibliche Körper seine Hormonproduktion umstellt. In der Regel findet diese Umstellung zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr statt und zieht sich über mehrere Jahre. Etwa zwei Jahre vor Beginn der letzten Regelblutung beginnt der Körper damit, die Produktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen zu reduzieren. Obwohl das Hormon Östrogen meist vor allem mit Fruchtbarkeit und Schwangerschaft in Verbindung gebracht wird, spielt es auch eine wichtige Rolle in der Durchblutung des Unterhautfettgewebes und bei der Stärkung der Knochen. Während der Östrogenspiegel sinkt, schüttet der Körper gleichzeitig mehr Adrenalin aus. Da das Zahnfleisch über Hormonrezeptoren verfügt, gehen die Hormonschwankungen der Wechseljahre nicht spurlos an den Zähnen vorbei. Sie wirken sich auf die Zahnfleischdurchblutung aus und können sogar Einfluss auf die Knochensubstanz im Kiefer haben.

Symptome: Welche Probleme können in den Wechseljahren an den Zähnen auftreten?

Der Hormonmangel in den Wechseljahren kann bei Frauen zahlreiche Symptome im Mund hervorrufen:

Zahnfleischentzündung und Zahnfleischbluten in den Wechseljahren

In den Wechseljahren sind Zahnfleischentzündungen häufig hormonell bedingt (Fachbegriff: Hormonelle Gingivitis). Durch den Rückgang der Östrogenproduktion wird das Bindegewebe im Zahnfleisch schwächer, weicher und empfindlicher. Es schwillt häufig zunächst an, was dazu führt, dass Bakterien leichter eindringen und eine Zahnfleischentzündung verursachen können. Beim Zähneputzen kann es dann schnell zu Zahnfleischbluten kommen. Häufig beginnt dann ein Teufelskreis: Wenn das Zahnfleisch blutet, bekommen viele Frauen Angst vor dem Zähneputzen und putzen entsprechend weniger häufig oder weniger gründlich, um eine erneute Blutung zu verhindern. Leider ist das kontraproduktiv: So kann sich die Entzündung nämlich ungestört ausbreiten. Ausserdem entsteht Zahnbelag, der den idealen Nährboden für weiteres Bakterienwachstum bietet. So wird auch das Risiko für Karies, erhöht, was zu Zahnschmerzen in den Wechseljahren führen kann. Es ist deshalb umso wichtiger, trotz Zahnfleischbluten die Zähne weiterhin gründlich zu putzen und regelmässig zum Zahnarzt zu gehen.

Parodontitis in den Wechseljahren

Wird eine ständige Zahnfleischentzündung nicht behandelt, kann sie sich zu einer Parodontitis weiterentwickeln. Dabei ist nicht nur das Zahnfleisch oberflächlich entzündet. Vielmehr handelt es sich um eine tiefgreifende Entzündung des Zahnhalteapparats. Diese Erkrankung ist auch die Hauptursache für Zahnfleischrückgang im Alter und kann sogar zu Zahnausfall führen: Durch die Entzündung zieht sich das Zahnfleisch immer weiter zurück, sodass sogenannte Zahnfleischtaschen entstehen. Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich auch der Kieferknochen zurück, sodass die Zähne nicht mehr fest im Kiefer verankert, sondern locker sind. Parodontitis ist die häufigste Ursache für Zahnausfall im Alter. Da in den Wechseljahren ein erhöhtes Risiko für Zahnfleischentzündungen besteht, ist es umso wichtiger, regelmässig zum Zahnarzt zu gehen, um die Entstehung einer Parodontitis zu verhindern.

Der sinkende Östrogenspiegel kann auch die Knochendichte senken und somit die Entstehung einer Osteoporose begünstigen. Es gibt bereits Hinweise darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen Osteoporose und Parodontitis geben könnte. Somit könnte Osteoporose auch eine Ursache für brüchige Zähne sein. Dieser Zusammenhang wird aktuell noch erforscht.

Trockener Mund in den Wechseljahren

Viele Frauen klagen in den Wechseljahren über Mundtrockenheit. Das liegt daran, dass die Speichelproduktion durch den veränderten Hormonspiegel zurückgeht. Ein trockener Mund ist leider nicht nur unangenehm, sondern kann auch ein Risiko für die Zähne darstellen. Denn der Speichel übernimmt einige wichtige Funktionen: Er wirkt antibakteriell, härtet den Zahnschmelz und neutralisiert schädliche Säuren. Wenn also in den Wechseljahren weniger Speichel produziert wird, sind Zähne, Zahnfleisch und Mundschleimhaut nicht mehr optimal geschützt. Da Bakterien sich nun leichter vermehren können, steigt das Risiko für Karies sowie Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen Auch bei Mundgeruch sind die Übeltäter Bakterien – entsprechend ist auch Mundgeruch ein Symptom für die Hormonumstellung in den Wechseljahren. Durch die Mundtrockenheit kann es in den Wechseljahren auch zu eingerissenen Mundwinkeln und trockenen Lippen kommen. Ein weiterer Begleiter der Mundtrockenheit ist ständiger Durst.

Burning-Mouth-Syndrom in den Wechseljahren

Bei einigen Frauen äussert sich die Hormonumstellung in den Wechseljahren durch Brennen im Mund – besonders häufig über eine brennende Zunge. Das Mund- oder auch Zungenbrennen wird häufig im Laufe des Tages schlimmer und kann abends sogar als unerträglich empfunden werden. Dabei kann das Schmerzempfinden als Brennen, Jucken oder Kribbeln beschrieben werden. Die Intensität ist individuell unterschiedlich. Auch am Gaumen und an den Lippen kann das Brennen auftreten. Ursache für das Burning-Mouth-Syndrom ist die Mundtrockenheit, die die Mundschleimhaut schmerzempfindlicher macht. Wer an einer brennenden Zunge leidet, sollte Lebensmittel meiden, die eine Entzündungsreaktion hervorrufen können. Dazu zählen Gluten, Zucker, künstliche Süssungsmittel und industriell hergestellte Pflanzenöle.

Geschmacksveränderungen während der Schwangerschaft

Manche Frauen erleben während der Wechseljahre Geschmacksveränderungen und auch Veränderungen des Geruchssinns. Das kann individuell sehr unterschiedlich sein: Während einige Frauen einen metallischen Geschmack im Mund wahrnehmen, würden andere Frauen den Geschmack im Mund eher als süss, sauer oder salzig beschreiben. Einige Frauen klagen ausserdem über einen komischen Geruch in der Nase oder über Übelkeit.

Schluckbeschwerden und Halsschmerzen

Die trockenen Schleimhäute in den Wechseljahren sind nicht nur auf den Mundbereich beschränkt. Auch die Schleimhäute im Hals und Rachen werden trockener. Das kann unangenehme Symptome mit sich bringen:

  • Halsschmerzen
  • Schleim im Hals/Kloss im Hals
  • Trockener Hals/Rachen
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte

Tipps für gesunde Zähne in den Wechseljahren

Zum Glück kannst du selbst einiges tun, um deine Zähne und deinen gesamten Mundbereich in den Wechseljahren trotz Hormonumstellung gesund zu halten. Die wichtigsten Tipps haben wir hier für dich zusammengefasst:

Gesunde Ernährung

Zucker ist Gift für deine Zähne und gefundenes Fressen für Bakterien. Kariesbakterien ernähren sich nämlich von Zucker (übrigens auch von Fruchtzucker und Milchzucker). Versuche also, möglichst wenig Zucker zu dir zu nehmen und auch säurehaltige Lebensmittel zu reduzieren – sie greifen nämlich deinen Zahnschmelz an.

Mund feucht halten

Um das trockene Gefühl im Mund loszuwerden, hilft vor allem eins: Viel trinken! Frauen in den Wechseljahren sollten mindestens zwei Liter trinken (idealerweise Wasser und ungesüssten Tee). Zuckerfreie Lutschbonbons und Kaugummis können ebenfalls gegen Mundtrockenheit helfen.

Regelmäßige Zahnarztbesuche

Gerade in den Wechseljahren ist es wichtig, dass du die regelmässigen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnimmst. So kann dein Zahnarzt frühzeitig handeln, falls sich Probleme mit den Zähnen anbahnen. Auch ein bis zwei professionelle Zahnreinigungen pro Jahr sind sinnvoll. Die Dentalprofis entfernen dabei Zahnstein, in dem sich Bakterien besonders wohlfühlen.

Gründliche Zahnpflege

Das Wichtigste zum Schluss: Das A und O für den Schutz der Zähne ist und bleibt eine sehr gründliche Zahnpflege. Hier haben wir die wichtigsten Punkte für dich aufgelistet:

Quellen

ÄrzteZeitung: Wechseljahre: Hormonelle Defizite sorgen für Lücken im Mund von Frauen.

Bayerische LandesZahnärzte Kammer: Mundgesundheit in den Wechseljahren, zu: zahn.de.

Dentlounge: Zahnprobleme in den Wechseljahren - ein Ausblick.

Dr Achim Gauchel: Wechseljahre - auch die Zähne sind betroffen

Dr Jung Zahnklinik: Wechseljahre: Auch die Zähne sind betroffen!

Dr Will Cole: Burning Mouth Syndrome: A Functional Medicine Look At This Increasingly Pervasive Health Problem.

Frauengesundheitsportal: Was sind die Wechseljahre?

Willaredth, Anne: Wechseljahre und Infekte: Schon wieder erkältet? und Sinnesstörungen in den Wechseljahren, auf: avogel.ch

Wechselweise: Zahngesundheit und Wechseljahre: Schöne Zähne bis ins hohe Alter.

Alle Websites letztmals aufgerufen am 24.09.2023.

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